Rezension: Mitten im Sturm

Originaltitel: Mitten im Sturm
Autor: Jessica Wagner
Verlag: Selfpublishing
Genre: dramatischer Liebesroman
Erschienen am: 25.09.2018
Seiten: 508

Preis: Taschenbuch 14,99€
Preis: eBook 2,99€

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ISBN: 978-3-7528-8550-7

Cover ©


Klapptext:

Laut Urteil bin ich unschuldig. Aber war es wirklich ein Unfall?

Grace
Normale Menschen lernen sich in einer Bar kennen. Oder an der Uni. Okay, vielleicht auch im Baumarkt. Als ich Eric Delany kennenlernte, versteckte ich mich gerade unter einem Espressoautomaten, stahl dem Fremden dann den Kaffee praktisch von den Lippen und ließ mir erklären, wo ich Wandfarbe für meine Wohnungstür finden würde. Jap, eher nicht normal. Paranoia und Schlafmangel lassen grüßen. Aber Eric ist Militärpolizist, also ist unser Schicksal ohnehin besiegelt. Denn ein Polizist ist definitiv das Letzte, das ich in meinem Chaos brauche. Zumindest dachte ich das …

Eric
Grace Souza ist ein Wirbelwind auf zwei Beinen. Klein, blond, atemberaubend und ein Haufen Ärger. In der einen Minute ist sie witzig und frech. In der nächsten verängstigt oder sauer auf mich, nur weil ich Schneewittchen nicht mag. Es macht mich wahnsinnig, dass ich in ihrer Gegenwart leichter atmen kann, obwohl sämtliche Alarmglocken läuten. Dass Grace in irgendwelchen Schwierigkeiten steckt, ist klar. Als die Leichen in ihrem Keller aber plötzlich an ihre Tür klopfen, wird mein Bedürfnis, Grace zu beschützen, schlagartig zu so viel mehr …


Cover:

Das Cover ist in zwei Hälften geteilt – eine obere mit einem Pärchen, das vermutlich Grace und Eric darstellen soll. Sie umarmen sich und die junge Frau (Grace?) sieht unglaublich glücklich aus. Vielleicht auch, weil der junge Mann (Eric?) sie liebevoll auf die Wange küsst. Unten ist eine Meeresbrandung zu sehen.


Meine Zusammenfassung und Meinung:

Grace Souzas Leben ist bisher nicht einfach gewesen. Deshalb ist sie von ihrer Heimat Massachusetts und ihrer besten Freundin Julia weggezogen und startet nun in Seattle einen Neuanfang. Doch dieser wird ihr mit hässlichen, drohenden Schmierereien an ihrer Wohnungstür nicht leichtgemacht. Im Baumarkt trifft sie auf peinliche Weise einen attraktiven jungen Mann, der sich später als bester Freund ihres Kumpels Matt. Sein Name ist Eric Delany und er ist Militärpolizist. Schnell merkt Eric, dass Grace Geheimnisse hat, die sie gut zu verbergen weiß. Als er dann jedoch mitbekommt, dass bei Grace eingebrochen, aber nichts gestohlen wurde, ist sein Beschützerinstinkt und seine polizeiliche Neugier geweckt. Was verbirgt Grace vor ihm und wer schmiert geheimnisvolle Drohungen an ihre Wohnungstür?

Als die liebe Jessica mich anschrieb, ob ich Interesse an ihrem neuen Roman ‚Mitten im Sturm‘ habe, den vierten Band der ‚Julia & Jeremy‘-Reihe, der jedoch völlig unabhängig gelesen werden kann, war ich sehr interessiert. Jessica verriet mir vorab jedoch nur, dass es ‚dramatisch, lustig, liebevoll und tief‘ werden würde. Und sie hat wirklich nicht zu viel versprochen, denn genau das erwartet den Leser/die Leserin in ‚Mitten im Sturm‘.

Schon im ersten Satz der Geschichte erfährt man, dass Grace einen Menschen getötet hat. Nun lebt sie allein in Seattle, findet dort jedoch keine Ruhe vor ihrer Vergangenheit. Als sie eines Tages eine bösartige Schmiererei an ihrer Tür vorfindet, geht sie in den Baumarkt, wo sie dann auf den attraktiven Eric Delany trifft, der ihr bei der Suche nach einem Anti-Graffiti-Mittel hilft. Die erste Begegnung der beiden ist wirklich absolut genial und sehr lustig.

Als Militärpolizist merkt Eric schnell, dass Grace ein Geheimnis hat. Durch ein echt tolles Frage-Antwort-Spiel geben die beiden mehr über sich preis – Grace aber nicht zu viel, als dass Eric aus ihr schlau werden könnte. Dafür erfährt Grace mehr über Eric. Sein Vater war ebenfalls beim Militär und als er aus Afghanistan zurückgekehrt ist, ist er ausgeflippt und hat auf Erics Bruder und Erics Mutter eingeprügelt. Das hat ihn geprägt. Natürlich bekommt er mit, dass Grace nicht mehr sicher ist, und bietet ihr Schutz an, indem sie bei ihm und Matt einzieht. Und so erfährt Eric dann langsam aber sicher, wer Grace die Drohungen schickt. Nach und nach kommt heraus, was Grace getan hat und warum. Was ihre Leiche im Keller ist. Doch für Grace ist das ein klarer Vertrauensbruch.

Nun zu den Charakteren. Grace ist witzig und stark, will aber selbstständig bleiben und nimmt ungern Hilfe an. Sie liebt ihre beste Freundin Julia, dessen Geschichte in der ‚Julia & Jeremy‘-Reihe erzählt wird (‚Bis du wieder atmen kannst‘, ‚Solange du bleibst‘ und ‚Dort, wo du bist‘). Sie studiert interessanterweise Psychologie, will die Psyche des Menschen verstehen, das WARUM verstehen. Sie musste durch schwere Zeiten, wurde abgestempelt und ignoriert. Alle glauben, dass Grace Schuld hat, doch die Wahrheit kennt keiner, nur Grace. Um mit dem Ganzen abzuschließen, konfrontiert sie sich mit ihrer Vergangenheit, was wirklich unglaublich mutig war. Auch später ist die Konfrontation mit dem Täter echt mutig. Das Kind wird endlich beim Namen genannt.

Über Eric erfährt man gleich am Anfang ein bisschen von Matt. Er vertraut einer Person nicht sofort, ist misstrauisch, und sein Gefühl trügt ihn nie. Absolut begeistert hat mich Erics kleine Schwester Lilly, die einfach zauberhaft süß und goldig ist. Leider meint das Schicksal es nicht gut mit ihr, denn sie ist ziemlich krank. Aber sie kämpft und ist stark. Grace hilft ihr und unterstützt sie, denn Lilly muss man einfach ins Herz schließen. Matt ist ein guter Freund von Grace, der auch ein gutes Herz hat und Gefühle für Grace hat. Zum Schluss noch zu Julia, Grace‘ bester Freundin. Von ihr erfährt man nicht allzu viel, aber doch das wichtigste. Etwas verbindet sie mit Grace, etwas, das tiefer geht als normale Freundschaft. Sie haben viel zusammen durchgemacht. Die Hochzeit von Julia und Jeremy gehört zu meinen Lieblingsszenen des ganzen Buches.

Die Bibel wird in der Geschichte mehrmals erwähnt, ebenso die Konsequenzen vom Soldatendasein, der Armee und dem Krieg. Sich damit auseinanderzusetzen war schon interessant und hat mich nachdenken lassen. Auch wenn ich nicht gläubig bin, finde ich diese Themen sehr gut eingearbeitet. Das Ende war für mich sehr überraschend, aber zufriedenstellend. Wie alles verläuft, wie sich alles fügt. Einfach ein toller Abschluss!


Bewertung:

Grace und Eric – ihre Geschichte beginnt und endet hier. Grace, die witzig, verrückt und stark ist. Eric, der ein Helfersyndrom hat *zwinker*, klug, attraktiv und charmant ist. Ihr Kennenlernen zu verfolgen hat einfach so viel Spaß gemacht: wie sie sich immer mehr annähern und mehr übereinander erfahren. Erics Vergangenheit, Grace‘ Vergangenheit. Und ja, es wird auch ‚dramatisch, lustig, liebevoll und tief‘, genau so, wie Jessica es versprochen hat. Ich vergebe fünf Sterne!


Vielen herzlichen Dank an Jessica Winter für das Vorab-eBook-Rezensionsexemplar.

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