Rezension: Fegoria

Originaltitel: Fegoria
Autor: Annika Kastner
Verlag: Booklounge Verlag
Genre: Fantasy-Jugendroman
Erschienen am: 27.03.2019
Seiten: 436

Preis: Taschenbuch 14,99€
Preis: eBook 3,99€

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ISBN: 978-3-9471-1508-2
Leseprobe: Amazon

Cover ©


Rückseite:

Ich bin Alice – in meinem ganz persönlichen Wunderland. Weiße Hasen habe ich keine, aber einen kleinen Drachen. Mein Hutmacher ist ein sturer Prinz, der mir das Leben gerettet hat, und zudem heißer ist, als es erlaubt sein sollte.

Alice ist von ihren Freundinnen, denen es wichtiger scheint, perfekte Fotos für ihre Blogs und Selfies für Instagram zu inszenieren, genervt und führt die gemeinsame Wanderung alleine fort. Als sie den Eingang eines Berges ausfindig macht, lässt sie sich von ihrer Neugierde treiben und betritt das märchenhafte Fegoria. Umgeben von Orks, Trollen, Drachen und Lichtelben, die ihr Leben gewaltig auf den Kopf stellen, versucht sie mit aller Macht, zurück in ihre Welt zu gelangen. Nachdem sie jedoch mit der wohl größten Lüge ihrer Existenz konfrontiert wird, begibt sie sich mit Crispin, Thronfolger im Nebelwald, auf die Suche nach sich selbst.


Cover:

Das Cover zeigt die Rückseite einer Frau mit knallrotem Haar in einem schwarzen Kleid. Sie steht vor einem Wald und zwischen altem Mauerwerk (evtl. in einer Burgruine?) Aus dem Cover kann man nicht ablesen, worum es geht, aber doch zeigt es Alice mit ihrem roten leuchtenden Haar.


Meine Zusammenfassung und Meinung:

Alice ist 24 und studiert Geschichte. Als sie mit Freunden wandern ist, entdeckt sie einen Felsspalt und kriecht hindurch. So landet sie in einer anderen Welt, in der es auf einmal Nacht ist und ein riesiges Wesen, ein Troll, sie verfolgt. Dann wird sie von drei Männern gerettet und in ein Dorf gebracht. Dort lernt sie den Anführer ihrer Retter kennen: Crispin, ein Elbenprinz und der Sohn des Königs der Lichtelben in Nebelwald in der Welt Fegoria. Auch lernt sie ihre weiteren Retter, Cian und Noam, kennen, ebenso wie den König der Lichtelben, Elon und dessen Berater Kelalan. Durch ein Ritual finden sie heraus, dass Alice viel mit Fegoria verbindet, denn sie ist die Tochter des verstorbenen Anführers der Nachtalben, das mit den Lichtelben von Nebelwald verfeindet ist. Und somit ist sie Crispins größte Feindin! Doch die beiden fühlen sich zueinander hingezogen …

Auf ‚Fegoria‘ bin ich durch eine Nachricht von Autorin Annika Kastner auf Instagram aufmerksam geworden. Sie hat mir ihr Buch als eBook angeboten, und da die Inhaltsangabe interessant klang, habe ich zugesagt. Zuerst einmal ist Fegoria meiner Meinung nach eine Mischung aus Herr der Ringe, Twilight und Alice im Wunderland. Es beginnt damit, dass Alice durch einen Felsspalt klettert und sich urplötzlich in einer fremden Welt wiederfindet und von einem Troll gejagt wird. Leider geht mir das schon viel zu schnell, denn das passiert alles im 1. Kapitel. Die normale Welt existiert quasi nur auf den ersten paar Seiten, dann geht es schon nach Fegoria.

Dort lernt Alice dann die Bewohner dieses Landes kennen. Besonders einer hat es ihr angetan: der attraktive Crispin, den sie zu erst in dieser neue Welt sieht und kennenlernt. Beide haben am Anfang ein sehr angespanntes Verhältnis zueinander, zanken sich und liefern sich tolle Wortgefechte. Nun wollen alle herausfinden, wer Alice ist und warum sie nach Fegoria gekommen ist. Dann kommt die Wahrheit heraus: Alice ist die Tochter des toten Kota, dem ehemaligen Anführer der Nachtelben und Feind von den Lichtelben. Die Idee mit den Licht- und Nachtelben finde ich echt gut, und es ist irgendwie klar, dass die beiden Völker/Clans verfeindet sind. Deshalb will der König sie loswerden und töten lassen.

Doch so weit kommt es nicht, denn damit wäre Crispin, der von Alice fasziniert ist, absolut nicht einverstanden. Und er ist immerhin der Thronnachfolger. So wollen der König und Kelalan Alice für sich nutzen, damit sie nicht den Feinden in die Hände fällt. Alice ist zwar froh, dass man sie nicht umbringt, doch sie weint um ihr altes Leben, um alles, was sie verloren hat. Denn Fegoria ist anders. Fegoria hat keine Smartphones, Autos oder Ähnliches. Fegoria ist, so habe ich das Gefühl, irgendwie um das Mittelalter stecken geblieben. Auch das ist für Alice schwer, denn sie ist mit ihrem schnellen Mundwerk und ihrer Art zu fluchen schon recht modern, wenn man das sagen kann. Sie passt irgendwie nicht in die Zeit, und das merkt man auch. Doch sie versucht sich anzupassen, so gut es geht.

Die Beziehung zwischen Alice und Crispin entwickelt sich langsam, aber das fand ich auch ganz gut so. Sie lernen sich besser kennen und kommen sich näher. Die Geschichte ist auch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: einmal aus Alice‘ Sicht und aus Crispins Sicht, sodass wir beide Seiten kennenlernen, beide Gefühlswelten und Gedanken lesen und erleben können. Die Schrift des Buches ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da es keine der Standardschriften für Bücher ist. Der Schreibstil ist außerdem recht umgangssprachlich und auch leicht, also gut zu lesen. Alice ist übrigens ziemlich starrköpfig und mutig, aber auch etwas zu schnell mit ihren Worten. Crispin hat mich sehr überrascht. Am Anfang fand ich ihn unsympathisch, aber dann zeigte sich, dass unter der harten Schale, die er nach außen hin zeigt, ein weicher Kern steckt.

Die anderen Charaktere, wie Cian, Noam, der König oder Kelalan, sind für mich kaum in Erinnerung geblieben, so leid es mir tut. Ich weiß, dass Cian und Noam Alice in Selbstverteidigung trainiert haben und schon sehr nett und sympathisch sind, und auch mit Alice flirten, aber mehr ist bei mir nicht wirklich hängen geblieben.

Und zum Abschluss: Was darf in einer Fantasywelt á la Herr der Ringe und Alice im Wunderland nicht fehlen? Genau, magische Wesen! Alice freundet sich mit einem süßen kleinen Drachen an, denn sie Topas nennt, und Crispin hat einen Wolf (Silver) als Schutztier. Das sind süße Wesen, die mir ans Herz gewachsen sind, die Orks, Trolle und Co. sind es jedoch definitiv nicht. Ebenso hat mir dieses Hin und Her mit Alice, wo sie hin soll und was sie dort tun soll, auch nicht gefallen. Das und die Kämpfe mit dem verfeindeten Clan und dessen Anführer Castiell, und weiteres waren leider nicht so meins und zu viel Fantasy für mich. Natürlich weiß ich, was Fantasy ist, aber das war mir irgendwie zu viel. Der Funke sprang bei mir leider nicht wirklich rüber. Das Ende fand ich jedoch irgendwie wieder schön und ermutigend, aber wie gesagt, leider ist die Geschichte nicht wirklich was für mich gewesen.


Bewertung:

Leider gingen mir einige Dinge in ‚Fegoria‘ viel zu schnell. Ich bin mit der Welt und ihren Figuren leider auch nicht warm geworden, der oben bereits genannte Funke, die Begeisterung für das Buch, sind bei mir leider nicht übergesprungen, was wirklich schade ist, da es viele positive Meinungen zu dem Buch gibt, und ja auch viel Arbeit in so einer Geschichte steckt. Von mir bekommt ‚Fegoria‘ zwei Sterne.


Vielen Dank an Annika Kastner für das eBook-Rezensionsexemplar.

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