Rezension: 365 Tage

Deutscher Titel: 365 Tage

Originaltitel: 365 dni
Autor: Blanka Lipińska
Verlag: blanvalet
Genre: Erotischer Liebesroman, Dark Romance
Erschienen am: 28.12.2020
Seiten: 400

Preis: Klappbroschur 12,90€
Preis: eBook 9,99€

Kaufen bei Amazon

ISBN: 978-3-7341-1051-1

Leseprobe: Randomhouse
Cover ©

DIE REIHE:
Band 1 – 365 Tage
Band 2 – 365 Tage – Dieser Tag
Band 3 – 365 Tage mehr


Klappentext:

Laura Biel & Massimo Torricelli – eine unwiderstehlich gefährliche Leidenschaft

Hotelmanagerin Laura fährt mit Freunden nach Sizilien. Sie will dort ihren Geburtstag feiern und hofft, dass auch ihr Freund Martin im Urlaub endlich mehr Zeit für sie haben wird. Doch es kommt ganz anders: Nach einem heftigen Streit verlässt Laura wutentbrannt das Hotel – und begegnet Don Massimo Torricelli. Der attraktive, junge Don ist das Oberhaupt einer der mächtigsten Mafia-Familien Siziliens und gewohnt zu bekommen, was er will. Und Massimo will Laura. Er entführt sie in seine luxuriöse Villa und macht ihr ein Angebot: 365 Tage soll sie bei ihm bleiben, wenn sie sich bis dahin nicht in ihn verliebt hat, wird er sie gehen lassen. Massimo ist siegessicher, doch er hat nicht mit der selbstbewussten Laura gerechnet …


Cover:

Das Cover zeigt die Gesichtshälfte eines jungen weißen Mannes mit Bart, verstrubbelten Haaren und schwarzen Augen, der gut zum Charakter Massimo Torricelli passt. Er sieht sehr entschlossen aus. Das Cover wurde vom Original, also aus dem Polnischen übernommen.


Meine Zusammenfassung und Meinung:

Vor fünf Jahren wurde Massimo Torricelli angeschossen, doch er überlebte, mit dem Bild einer wunderschönen Frau im Kopf. Eine Halluzination, denn Massimo wusste bisher nicht, ob diese Frau überhaupt existiert. Er selbst ist nun das Oberhaupt der italienischen Torricelli-Familie, und sieht seine Traumfrau nun am Flughafen von Catania, Italien. Er will wissen, wer sie ist, und sie entführen lassen, denn er bekommt immer, was er will. Währenddessen kommt Laura Biel mit ihrem Freund Martin und dessen Freunden Karolina und Michał am Flughafen von Catania an, um dort einen schönen Urlaub zu verbringen. Doch dann wird sie von einem attraktiven Unbekannten beobachtet, verfolgt und schließlich, nach einem Streit mit Martin, entführt. In Massimos Villa angekommen, macht er ihr ein außergewöhnliches Angebot: er lässt ihr 365 Tage Zeit, um sich in ihn zu verlieben. Doch Laura ist nicht so gefügig, wie Massimo es gerne hätte …

Vermutlich hat schon fast jeder von euch von dem umstrittenen Netflix-Film ‚365 Tage‘ (365 dni) gehört, ihn vielleicht sogar schon gesehen. Dies ist die Romanvorlage zum Film über Massimo und Laura. Ich selbst habe aufgrund des Hypes erst den Film gesehen und danach das Buch gelesen, was auch daran liegt, dass das Buch erst im Dezember 2020 erschienen ist. Massimo Torricelli bekommt alles immer, was er will, denn er ist das Oberhaupt der italienischen Familie Torricelli, einer mächtigen Mafiafamilie. Vor mehreren Jahren wäre er auf einer Schießerei fast gestorben, doch die Vision einer wunderschönen Frau hat ihn gerettet. Die Idee dafür ist irgendwie etwas … merkwürdig, aber Nun sieht er diese Frau, nach der er jeden Tag gesucht hat, in der Realität am Flughafen, und will sie natürlich gleich für sich und sie entführen. Keine wirklich gute Art und Weis, um seine Traumfrau kennenzulernen, aber nun gut. Nun zu Laura. Laura ist 29 und hat jahrelang in der Hotelbranche gearbeitet. Gerade als sie sich auf die Position des Sales Director hochgearbeitet hat, hat sie gekündigt, weil ihr langweilig war und sie Burn-out bekam. Sie ist irgendwie auf der Suche nach einem Abenteuer. Und das erlebt sie jetzt auf jeden Fall, nur eben nicht mir ihrem Freund Martin.

Laura trifft also auf in Italien auf den geheimnisvoll attraktiven Mann, der sie mit ‚Hast du dich verlaufen, Kleines?‘ begrüßt. Er ist wie ein besessener Stalker, der sie unbedingt haben will. Und Laura fühlt sich auch irgendwie von Massimo angezogen, er macht sie an, obwohl er sie und ihre Familie bedroht. Das ist schon ziemlich krank, von beiden. Doch Laura will Massimos ‚Spiel‘ mitspielen. Und das geht leicht, da sie andauernd Champagner trinkt. Der Alkoholkonsum in diesem Buch ist der Wahnsinn. Ich selbst habe nichts gegen Alkohol, trinke selber gerne welchen, aber hier ging mir der ständige Champagnerkonsum echt auf den Keks. Gerade weil Laura herzkrank ist, sollte sie nicht so viel trinken. Das ist schon irgendwie verantwortungslos von ihr. Meist endet ein Kapitel übrigens, indem Laura in Ohnmacht fällt. Das ging mir ebenfalls ziemlich auf den Keks. Und dass sie das Eine denkt und das Andere tut, ist meistens auch nicht nachvollziehbar. Von der ’selbstbewussten‘ Laura ist da leider nicht viel zu sehen. Und als ihr die Gelegenheit gegeben wird, freigelassen zu werden, nutzt sie diese Chance nicht mal.

Geschrieben ist die Geschichte übrigens abwechselnd aus der Sicht von Massimo und Laura. So konnte ich als Leserin gut in die Gedanken und Gefühle der beiden eintauchen. Laura, die sich zu Massimo hingezogen fühlt, aber sich auch irgendwie nicht sicher ist, ob sie das alles wirklich will. Massimo, der sehr besitzergreifend und eifersüchtig ist, weil er ’seine Herrin‘ gefunden hat, sie liebt (oder eher begehrt) und sie nicht verlieren will. Deswegen manipuliert er sie, kauft ihr Designerklamotten, und mehr, um sie gefügig zu machen. Die beiden sind wie Eis und Feuer, sie sind heiß aufeinander, reizen sich gegenseitig und stacheln sich auf. Dann gibt es Sex … oder Streit. Teilweise sind die Sexszenen übrigens meiner Meinung nach wirklich gut und sexy geschrieben, teilweise sind sie aber auch einfach nur ziemlich vulgär. Wie ein schneller … zwischendurch.

Ein Highlight der Geschichte ist aber auf jeden Fall Domenico. Ich mochte ihn im Film schon sehr und im Buch fand ich ihn ebenfalls total sympathisch. Er ist witzig, verständnisvoll und nett zu Laura. Er weist sie in alles ein, hilft ihr und berät sie. Und er hat einen gewissen Galgenhumor, der mir das Lesen amüsanter gemacht hat. Wie das Ganze endet, wusste ich z. T. schon aus dem Film, auch wenn das Ende im Buch anders ist als das Ende im Film. Und doch ging mir das alles zu schnell. Schließlich spielt das Buch nicht in 365 Tagen, wie man aufgrund des Titels denken könnte, sondern in 3 – 4 Monaten.

Ich weiß, dass Buch und Film von vielen scharf kritisiert werden, und ich möchte das hier in meiner Rezension gerne noch kurz thematisieren. In ‚365 Tage‘ geht es hauptsächlich um Entführung sowie um psychische und sexuelle Gewalt, die romantisiert wird. Natürlich ist so etwas im echten Leben eine Straftat und in keiner Weise in Ordnung, aber das Buch ist Fiktion. Ebenso wie Fantasy- und andere Geschichten ist die Geschichte in ‚365 Tage‘ Fiktion. Als Leser*in sollte niemand dies zu ernst nehmen. Ja, es ist eine gewöhnungsbedürftige und für manche abartige Fiktion, aber es ist Fiktion. Über Entführung und Gewalt haben auch schon andere Autoren sehr krass geschrieben, nur dann eben unter Dark Romance. ‚365 Tage‘ ist nichts für junge Leser und sehr speziell, ähnlich wie ‚Fifty Shades of Grey‘. Wer ‚365 Tage‘ liest, muss mit Gewalt, Sex und dem Stockholm-Syndrom klarkommen. Jedes Genre hat seine Fans, so auch Bücher wie dieses. Ich wusste, worauf ich mich einlasse.

Band 2 heißt ‚365 Tage – Dieser Tag‘ erscheint am 14.04.2021 auf Deutsch. Der 3. und letzte Band wird ‚365 Tage mehr‘ heißen und soll am 20.09.2021 auf Deutsch erscheinen. Ich bin auf neugierig auf die Fortsetzungen und werde sie auf jeden Fall lesen.


Bewertung:

‚365 Tage‘ ist ein sehr umstrittenes Buch. Ich wusste, was mich erwartet und worauf ich mich einlasse. Ich weiß, dass die ‚Beziehung‘ toxisch und die Geschichte Fiktion ist. Und doch fand ich das Buch gut, ich habe es in wenigen Tagen durchgelesen. Es gab einiges, was mir gefallen hat, aber auch einiges, was ich nicht gut fand. Nach langem Überlegen vergebe ich drei Sterne.


Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.