Rezension: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue

Deutscher Titel: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
Originaltitel: The invisible life of Addie LaRue
Autorin: V. E. Schwab
Übersetzerinnen: Sara Riffel, Petra Huber
Verlag: Fischer Tor
Genre: Fantasy, Liebesroman
Erschienen am: 26.05.2021
Seiten: 592

Preis: Taschenbuch 18,00€
Preis: eBook 4,99€
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ISBN: 978-3-596-70581-8
Leseprobe: Fischer Tor Verlag
Cover ©


Klappentext:

Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein.
Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt.

Frankreich im Jahr 1714. Die junge Addie LaRue möchte nur eins: Den Beschränkungen der Provinz entkommen und ein selbstbestimmtes Leben führen. In einem Moment der Verzweiflung schließt sie einen Pakt mit dem Teufel, der ihr Freiheit und ewige Jugend verspricht. Doch der Preis ist hoch: Niemand, den sie trifft, wird sich an sie erinnern. Und so beginnt ihre Reise durch die Jahrhunderte, die Addie an die faszinierendsten Orte der europäischen Geschichte, aber auch an die Grenzen der Einsamkeit und Verzweiflung führt. Bis sie im Jahr 2014 in New York einen jungen Mann trifft, der sie nicht mehr vergessen kann.


Cover:

Das Cover ist in einem grün-türkis-schwarz gehalten und zeigt im Vordergrund eine Glaskugel auf einer hübschen Halterung, in dem eine in einem Umhang gehüllte Gestalt mit Kapuze zu sehen, die uns dem Rücken zudreht. Im Hintergrund sind mehrere Bäume zu sehen. Ich muss leider sagen, dass das Cover leider so gar nicht mein Fall ist, und mir das Originalcover viel besser gefällt, das auch einen Bezug zur Geschichte hat.


Meine Zusammenfassung und Meinung:

Im Jahr 1691 wird Adeline LaRue im kleinen Dorf Villon-Sur-Sarthe in Frankreich geboren. Sie ist eine Träumerin, möchte die Welt sehen, die vielen schönen Dinge, die es gibt. Doch im Jahr 1714, mit 23 Jahren soll sie Roger aus ihrem Dorf heiraten. Sie betet deshalb zu den Göttern, damit irgendetwas passiert, und die Hochzeit nicht stattfinden kann, da Addie gar nicht heiraten will. Sie will frei sein, viel mehr Zeit haben und die Welt erkunden. Ihr Gebet wird erhört, und ein Schatten erscheint ihr, dem Addie ihre Seele verspricht. Von nun an ist nichts mehr, wie es war. Addie lebt länger als normale Menschen, jedoch verlieren alle, denen Addie begegnet, ihre Erinnerung an sie, sobald sie Addie nicht mehr sehen. Auch kann Addie ihren eigenen Namen nicht aussprechen. So lebt sie über 300 Jahre lang, bis sie einem jungen Mann namens Henry begegnet, der sich an sie erinnern kann…

Ich habe schon vor dem deutschen Erscheinungstermin sehr viel Gutes über ‚The invisible life of Addie LaRue‘ gehört, und war dementsprechend sehr gespannt auf die Geschichte. Gleich zu Anfang sei gesagt, dass Addie LaRue nicht chronologisch spielt, sondern immer wieder in der Zeit vor und zurück springt. Ich fange jedoch für meine Rezension chronologisch an. Adeline „Addie“ LaRue wird 1691 in Villon-sur-Sarthe in Frankreich geboren und wächst dort auf. Ihr besonderes Markenzeichen sind sieben Sommersprossen in ihrem Gesicht, die wie ein Sternbild aussehen. Addie zeichnet unheimlich gerne und liebt die Geschichten ihres Vaters. Nach einer Fahrt mit ihm nach Le Mans möchte Addie die Welt entdecken. Doch ihre Eltern wollen, dass sie heiratet. Ein Horror für die 23-jährige Addie, also betet sie zu den Göttern, wird jedoch von den falschen erhört. Addie will frei sein und viel mehr Zeit haben. Und so schließt sie am 29. Juli 1714 eine Abmachung mit dem Teufel.

Von nun an lebt Addie LaRue, bis sie nicht mehr will, und muss danach dem Teufel ihre Seele überlassen. Doch für ihre Freiheit bezahlt Addie auch einen hohen Preis, und das ist das titelgebende Problem: Addie führt quasi ein unsichtbares Leben, denn niemand kann sich an sie erinnern, sobald Addie außer Sicht ist. Menschen vergessen sie, jedoch vergisst sie nichts, erinnert sich an alles, was sie erlebt hat. Und so beginnt Addies Leben durch die Jahrhunderte. Sie lernt viele Menschen kennen, durchlebt viele Epochen und beeinflusst die Kunst, hinterlässt so eine kleine Spur in der Geschichte. Denn Addie kann nichts aufschreiben, es gibt keine Bilder von ihr. Sie kann nur inspirieren, ganz nach dem Prinzip, das auch im Buch mehrmals erwähnt wird: „Ideen sind hartnäckiger als Erinnerungen“.

Vermutlich ist euch gar nicht klar, wie es ist, wenn man für die anderen quasi unsichtbar ist, weil sie euch um nächsten Moment schon wieder vergessen haben. Ihr könnt kein Zimmer zum Übernachten mieten, könnt kein Geld verdienen, könnt keine Klamotten und nur sehr schwer Lebensmittel kaufen. So geht es Addie, weshalb ihre Finger immer flinker werden und sie stehlen und andere Dinge tun muss, um zu überleben. So schleicht sich natürlich eine Routine ein. Deshalb ist es für Addie umso erstaunlicher, als sie im Jahr 2014 ein Buch aus einem Buchladen klaut und von dem Angestellten Henry erwischt und zur Rede gestellt wird. Von da an ändert sich Addies Leben erneut, denn Henry erinnert sich bei ihrem nächsten Besuch im Buchladen an sie. So beginnt eine wunderschöne Liebesgeschichte, und wir erfahren mehr über Henry, wer er ist, wie er lebt, warum er sich erinnern kann. Doch die Beziehung der beiden ist von Geheimnissen durchzogen. Und ich war sehr erstaunt über die Wendungen, die im Laufe der Geschichte passieren und über die Geheimnisse, die enthüllt werden.

Während des Lesens habe ich mich natürlich schon gefragt, wie das Buch enden wird, da ich schon gehört hatte, dass ‚Das unsichtbare Leben der Addie LaRue‘ ein Einzelband ist, auch wenn sich mehrere Lesende eine Fortsetzung wünschen würden. Und ich irgendwie auch. Auch wenn Addie LaRues Geschichte kein Fantasybuch ist, so ist es doch irgendwie magisch und besonders, einprägsam und einfach wunderbar. Addie durchlebt die verschiedenen Epochen und Zeiten, Kriege und Seuchen. Auch die Themen Homo- und Bisexualität sowie ausufernder Alkohol- und Drogenmissbrauch werden thematisiert. Addie trifft berühmte Persönlichkeiten wie Voltaire und Beethoven, und sie erfährt mehr über den mysteriösen Schatten, den sie Luc nennt. Mit ihm liefert sie sich ein zermürbendes Katz-und-Maus-Spiel sowie viele hitzige Wortgefechte. Die Beziehung zwischen den beiden ist so interessant. Sie entwickelt sich, da Luc der Einzige ist, der sich an sie erinnert.

Ich würde hier gerne noch mehr ins Detail gehen und darüber schreiben, was alles noch so passiert und wie schockiert ich darüber war, aber ich möchte nicht spoilern und die Spannung bzw. die überraschenden Momente vorwegnehmen, weshalb ich es hierbei jetzt belasse. Das Buch ist in sieben Teile unterteilt. Über jedem neuen Kapitel ist der Ort und das Datum zu lesen, damit wir wissen, wo und wann wir uns gerade befinden. Vor jedem der sieben Teile ist eine Besonderheit der Kunst zu sehen, die im Laufe des Teils erklärt wird. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines unbeteiligten Erzählers, was mir sehr gut gefallen hat und sich auch fließend lesen ließ. Dies war mein erstes Buch von V.E. Schwab, und ich habe es geliebt. Der Schreibstil ist sachlich, ehrlich und zum Teil auch sehr aufwühlend, aber dafür sehr angenehm zu lesen. Mir wird Addie LaRue auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Ich werde mich sehr gerne an ihre Geschichte erinnern.


Bewertung:

‚Das unsichtbare Leben der Addie LaRue‘ ist ein aufwühlender, magischer, einprägsamer und einfach wunderbarer Roman über eine junge Frau, die nicht vergessen werden will. Sie möchte Spuren hinterlassen. Bei mir hat sie das auf jeden Fall, denn ich liebe Addies Geschichte. Ich möchte sie euch alle ans Herz legen. Und auch wenn der Einstieg mit den Zeitsprüngen vielleicht etwas merkwürdig und verwirrend sein mag, am Ende ergibt alles ein großes Ganzes. Und das ist Addies wundervolle Geschichte. Von mir gibt es alle fünf Sterne!


Vielen Dank an NetGalley und den Fischer Tor Verlag für das eBook-Rezensionsexemplar.

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