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Cover ©


Rückseite:

Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte …

Klapptext:

„Dann war plötzlich ein Licht vor mir. Darauf lief ich zu. Ich befand mich in der Nähe eines weißen Baumes. Die Zweige waren dünn, und all die weißen Blätter hingen noch dran, obwohl Winter war. Der Wind fuhr hindurch, und sie machten ein Geräusch, als ob jemand flüsterte, aber so leise, dass es nicht zu verstehen war. Auf der anderen Seite des Baumes gab es eine breite Straße, die sehr glatt und glänzend war, wie Eis. Ich wusste, dass dies die Straße der Staryk war. Aber sie war so wunderschön, und ich fühlte mich immer noch sehr seltsam und kalt und schläfrig. Ich hatte vergessen, dass ich mich eigentlich fürchten sollte. Ich ging einfach weiter auf sie zu.“


Cover:

Das weiße Cover zeigt im Vordergrund eine junge, braunhaarige Frau in einem dunkelgrünen Kleid, die sich zum Leser umdreht, als ob sie gerufen wurde. Im Hintergrund sind schneebedeckte Bäume sowie ein eisbedeckter Fluss zu sehen. Der Titel und ein Baumblatt sind übrigens in Gold Ich finde, dass Cover passt sehr gut zur Geschichte.


Meine Zusammenfassung und Meinung:

Mirjem Mandelstam ist die Tochter eines gutmütigen Geldverleihers, der jedoch selten die Schulden wieder eintreibt, weil er es nicht übers Herz bringt. Da Mirjems Mutter jedoch krank ist und die Familie vor dem Verhungern steht, übernimmt die Aufgabe des Geldeintreibens nun Mirjem. Als sie bei einer Familie mit vielen Schulden ist, lernt sie Wanda kennen, die die Schulden bei Mirjems Familie abarbeiten soll. Für Wanda eine Erlösung, denn ihr Vater schlägt sie und ihre Brüder Stephon und Sergej. Dann bekommt Mirjem Besuch vom Staryk-König, einem magischen Winterwesen, das in der Winterwelt lebt und andauernden Schnee bringt, das Städte plündert und Frauen missbraucht. Sie soll Staryk-Silber in Gold verwandelt. Wenn sie dies drei Mal schafft, wird sie die Königin der Staryk, ob sie will oder nicht …

Aufgrund des Covers und der Inhaltsangabe war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Mirjem und den Staryks. Wie in der Inhaltsangabe schon erwähnt, ist Mirjem die Tochter eines jüdischen Geldverleihers, der jedoch zu gutmütig ist, um das Geld wieder einzutreiben. Aus der Not heraus übernimmt Mirjem das nun, und kann so ihre Familie bald wieder mit Geld versorgen. Mirjem macht ihre Sache so gut, dass sie selbst sagt, dass sie ‚Silber in Gold‘ verwandeln kann, was sie später in Schwierigkeiten bringt. Ich finde aber, dass sie ihre selbst gewählte Aufgabe gut macht, sie handelt gut und ist fair. Ihre Eltern sind davon nicht so begeistert, aber sie merken dann doch, dass Mirjem eine gute Arbeit macht und ihnen so viel abnimmt.

Sie kann sogar eine Hilfskraft für sich und ihre Familie ergattern: Wanda, die die Schulden ihres Vaters bei Mirjem und ihrer Familie abarbeiten soll. Für Wanda ein Segen, da sie selbst kein leichtes Leben hat: Ihre Mutter ist tot, und ihr Vater verprügelt sie und/oder ihre Brüder Sergej und Stephon täglich, da er ein Trinker ist. Wanda hat nie Liebe erfahren, sieht jedoch, wie Mirjem von ihrer Familie geliebt wird, was wirklich traurig zu lesen ist. Ich finde auch, dass das Thema ‚Gewalt gegen Kinder‘ hier echt sehr ausgereizt wird. Es war echt schwer für mich, diese Gewalt und den natürlichen Umgang, den Wanda damit pflegt, zu lesen.

Nun noch einmal zu Mirjem, die in das Staryk-Reich entführt wird, und die Königin der Starkys wird. Den Namen ihres Ehemannes erfährt sie jedoch nicht; im Allgemein sind Namen bei den Staryks sehr geheim, sodass Mirjem ihnen welche gibt. Ihr Mann gestattet ihr drei Fragen jeden Abend, stellt sie aber für ihre Wünsche auch vor Herausforderungen, die schwer an Mirjem nagen. Sie trifft schließlich auf Irina, die sie bereits früher kennengelernt hat. Irina trägt Staryk-Schmuck und ist mit einem dämonischen Zar verheiratet worden. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, um ihre Ehemänner loszuwerden. Mehr verrate ich nicht, nur, dass die Geschichte auch auf weniger Seiten hätte erzählt werden können, wenn die Autorin nicht alles so ausführlich und detailliert beschrieben hätte. Es war sehr langgezogen, wenn man mal davon ausgeht, dass ich den Inhalt der Geschichte in weniger als zehn Sätzen zusammenfassen könnte.

Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass es verschiedene Sichtweisen gibt, die jedoch nicht mit einer Überschrift oder dem Namen der Person versehen sind, aus der sie geschrieben sind. In einem Kapitel befinden sich so mal zwei oder drei verschiedene Sichtweisen. Und ohne Namensangabe musste ich erst ein paar Sätze lesen, bis aus dem Kontext hervorging, wessen Sicht ich gerade lese. So lesen wir aus Mirjems Sicht, aus Wandas, aus Stephons, aus Irinas, aus Magretas und aus Zar Mirnatius. Das war für mich ziemlich verwirrend. Ich habe das Buch zwar in zwei Tagen gelesen, aber auch nur, weil ich krankgeschrieben war und viel Zeit hatte. Sonst hätte es vermutlich Wochen gedauert, da es so anspruchsvoll ist.

Das Buch ist ein Einzelband mit einem abgeschlossenen Ende, das jedoch eine Frage noch offen lässt, was aber irgendwie auch zu dem Buch und seinem Verlauf passt. Man erfährt ein bisschen über die magischen Staryks, das meiste bleibt für mich aber leider unklar.


Bewertung:

Insgesamt ist ‚Das kalte Reich des Silbers‘ eine ziemlich abgeänderte, fantasievolle Form von Rumpestilzen mit vielen unterschiedlichen Charakteren, magischen Wesen und Dämonen, Familienliebe, Hass und vielem mehr. Die Geschichte ist für mich allerdings zu langgezogen, zu detailreich beschrieben und die unterschiedlichen Sichtweisen sind unglaublich verwirrend. Ich vergebe deshalb drei von fünf Sterne.


Herzlichen Dank an den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar.